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Manipulation im Netz erkennen

veröffentlicht am 2. August 2022 | Kategorie: Sicherheit

Das Internet ist voll Lug und Trug: Phishing, Love Scam, Datendiebstahl. Oft ist nicht so einfach zu erkennen, dass man reingelegt wird. Selbst Politikern ist es erst kürzlich passiert: Sie dachten, mit dem Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, eine Videokonferenz abzuhalten. Tatsächlich sind sie einem Betrug aufgesessen. In diesem Fall einem sogenannten Deepfake. Alle diese Begriffe hast du schon gehört? Aber was ist Dark Patterns? Sie manipulieren dich, im Internet das zu tun, was die Anbieter von dir wollen.

Dark Patterns ist einer der neueren Begriffe in Zusammenhang mit Abzocke im Internet. Er bedeutet wörtlich übersetzt „dunkle Vorlagen“. „Dunkel“ im Sinne einer dunklen Farbe sind diese Manipulationsversuche aber nicht. Um sie zu erkennen, muss man also auf etwas anderes achten.

Ein Beispiel? Ihr wisst, dass ihr üblicherweise eine Auswahl bei den sogenannten Cookies treffen müsst, wenn ihr eine Internetseite neu öffnet. Stimmt ihr zu, dass diese Seite Daten über euch und euer Surfverhalten speichert und eventuell auch weiterleitet? Verbraucher wollen das üblicherweise nicht, für viele Anbieter sind diese Informationen aber wichtig. Darum zeigen speziell die unseriösen unter ihnen den „Ablehnen“-Button oft versteckt oder weniger auffällig an als den „Annehmen“-Button. Ergebnis: Mehr Nutzer geben versehentlich ihre Daten preis. Sie wurden manipuliert.

Seit 1. Juli Pflicht: der Kündigungs-Button

Auch der Link, um ein Abo zu kündigen, war bisher gerne gut versteckt. Das soll sich zum 1. Juli geändert haben. Seither muss die Kündigungsoption gut sichtbar auf einer Webseite eingebunden sein. Diesen Button solltest du also jetzt beispielsweise bei deinem Mobilfunkanbieter finden, bei deinem Streamingdienst oder auf der Internetseite deines Fitnessstudios.

Auch ein scheinbarer Zeitdruck oder Engpass sowie der Zwang, sich zu registrieren, können unter Dark Patterns fallen. Die „Stiftung Neue Verantwortung“ beschreibt weitere Manipulationsinstrumente im Internet.

Die Folgen der Manipulation durch Dark Patterns

Möglicherweise findest du es nicht schlimm, wenn ein Unternehmen viele Daten von dir speichert. Darüber solltest du nochmals nachdenken, besonders, wenn du viel Spam per Mail oder SMS bekommst. Dahinter steckt nämlich häufig Datenmissbrauch. Ganz bestimmt willst du aber nicht mehr bezahlen als nötig, weil du auf Dark Patterns hereingefallen bist. Doch auch das kann passieren. So gibt es Internetnutzer, die

  • versehentlich ein Abo abgeschlossen haben – möglicherweise sogar für ein virtuelles Produkt oder eine Dienstleistung, die eigentlich gar nichts kosten dürfte.
  • ein ungewolltes Abo verlängert haben, weil die Kündigungsoption so gut versteckt oder verwirrend beschrieben war.
  • zu viel Geld bei einem Onlineeinkauf bezahlt haben, weil ihnen nicht aufgefallen war, dass sich der Preis im Warenkorb erhöht hatte oder ein weiteres Produkt ungewollt hinzugefügt wurde – beispielsweise eine Spende oder eine Supportgebühr für die Plattform.

Wie du Dark Patterns erkennst

Grundsätzlich gilt: Wenn du es eilig hast, bist du ein leichtes Opfer für Dark Patterns. Auch wenn es bequem ist, eben von unterwegs übers Handy einen Einkauf zu tätigen oder eine andere Aufgabe zu erledigen, die mit Geld zu tun hat – mach das besser nicht! Je weniger Geld du hast, desto mehr Zeit solltest du dir für eine Entscheidung nehmen. Dazu gehört beispielsweise auch, Produkte und Plattformen zu vergleichen. An einem größeren Bildschirm ist es außerdem einfacher, Dark Patterns zu erkennen, als an dem kleinen Smartphone-Bildschirm.

Tipp: Erledige wichtige Dinge in Ruhe und zu Hause. Dort kannst du dich besser konzentrieren und hast außerdem ein sicheres WLAN.

Schau dann ganz genau hin: Welche Checkboxen sind bereits angeklickt? Willst du das, was du damit bestätigst, wirklich? Wie sind verschiedenfarbige oder unterschiedlich große Buttons beschriftet? Schau auch nochmals genau hin, was in deinem Warenkorb liegt: Passt das zu deinem Einkauf? Falls nein, brich den Vorgang ab.

Bei der Verbraucherzentrale gibt es ein Spiel, um Dark Patterns künftig besser erkennen zu können.

Der Beitrag Manipulation im Netz erkennen erschien zuerst auf Der Sparkasseblog.